Erschienen 02.06.2006 TetrachromatieIn der Folge 113: Das Auge des Drachen spielt diese Augenkrankheit eine zentrale Rolle. Die kleine Emily Silverstone ist eine Tetrachromatin und kann aufgrund ihrer ungewöhnlichen Erkrankung Dinge sehen, die andere Leute nicht sehen.
Auf der Netzhaut eines gesunden Menschen findet man drei verschiedene Farbrezeptoren, weshalb man ihn auch als Trichromat bezeichnet (Tri = drei, griechisch). Diese Rezeptoren - wegen ihrer Form auch Zapfen genannt - reagieren auf unterschiedliche Farbfrequenzen. So gibt es einen Rezeptor für Rot, einen für Grün und einen für Blau. Je nachdem wie diese Rezeptoren angesprochen werden, übersetzt unser Gehirn die entstehenden Reize in eine bestimmte Farbwahrnehmung. Bei Tetrachromaten hingegen ist dieser Aufbau der Netzhaut anders. Tetrachromaten besitzen, wie der Name vermuten lässt (Tetra = vier; griechisch), vier statt den üblichen drei Rezeptoren. Dieser vierte Farbrezeptor ist entweder auf gelbes oder ultraviolettes Licht spezialisiert. Diese Fehlbildung wird sehr selten beim Menschen und meist bei Frauen festgestellt. Die Gene für Rot- und Grünrezeptoren liegen auf den X-Chromosomen. Da Frauen 2 X-Chromosome besitzen, kann es daher vereinzelt durch Mutation zu der Bildung eines 4. Zapfen kommen. Durch den vierte Zapfen wird dem Tetrachromaten eine differenziertere Farbwahrnehmung ermöglicht, als einem Trichromaten. Daher ist es der jungen und phantasiereichen Emily kaum zu verdenken, dass sie sich in einem normalen Wald wie in einem Märchenwald fühlt.
Hinweis: Dieser Text gibt die Funktion des Auges und speziell die Farbwahrnehmung in sehr abgespeckter Form wieder, da eine ausführlichere Schilderung zu umfangreich und für Leute, die mit der Materie nicht gut bekannt sind zu kompliziert und unverständlich werden könnte. Bitte benutzen Sie bei Interesse aus diesem Grund die Liste der Links zum Thema
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